| "Neue Wandarbeiten" (04.09. - 17.10.1998): |
| Nach
einer raumgreifenden Wandmalei (1994) und der ortsbezogenen "Raumzeichnung"
mit einem Band aus Dachpappe (1995) präsentierten wir 1996 erstmals
farbige Wandskulpturen von Volker Saul (geb. 1955 in Düren). Es waren
an Wort- bzw. Schriftkürzel erinnernde Körper, massiv aus MDF-Platten
aufgebaut und monochrom mit signalfarbigem Acryl bespachtelt. In unserer vierten Einzelausstellung mit Volker Saul zeigen wir nun zwei neue Gruppen dieser farbigen Wandskulpturen: mehrteilige Skulpturen aus geraden Linien gleicher oder unterschiedlicher Länge, die Saul horizontal und teils versetzt übereinander zu offenen Ensembles gruppiert, sowie Skulpturen aus geschwungenen Linien, die auf freie Handzeichnungen zurückgehen. Volker Saul nähert sich erst in langen, wechselseitigen Prozessen des Zeichnens und Auswählens den einzelnen Formen an, "kultiviert" sie durch vielfaches Variieren so lange, bis sie eine grafische Qualität erreichen, die von Spontaneität und Dynamik getragen ist und der nichts Zufälliges mehr anhaftet. Dabei interessiert Saul nicht nur die individuelle Formensprache, sondern er erkundet zugleich das Wesen einer allgemeinen Zeichenkultur. Seine Schrift- und Linienskulpturen oszillieren zwischen Abstraktion und Konkretion. Vor allem assoziative Verbindungen zu Werbeschriftzügen, Firmenlogos oder Signets liegen nahe, deren urbane Ästhetik der Künstler durchaus suggeriert. Die frei erfundenen und dabei stark stilisierten Formen bleiben immer in einem Schwebezustand. So markieren sie eine Gratwanderung zwischen unwillkürlich auftretenden Assoziationen und ganz freien Formen, die stets neu besetzt werden können |